Kindstod und Kindstötung

Gewalt an Kindern kann sich in vielfältigen Formen physischer und psychischer Gewalt oder Vernachlässigung präsentieren. Die Kindstötung stellt den Kulminationspunkt der Gewalt oder das Resultat einer psychischen Störung der Täterin/des Täters dar.

Mit erschreckender Regelmäßigkeit berichten die Medien über Kindstötungen. Die Fälle lösen nicht nur bundesweit Betroffenheit aus, sondern werfen auch Fragen nach Ursachen und effektiven präventiven Schutzmaßnahmen auf. Für Deutschland ist von 1–2 % Kindstötungen unter den Tötungsdelikten auszugehen. Aufgrund der Komplexität der dem Phänomen zugrunde liegenden Problematiken ist aber eine hohe Dunkelziffer anzunehmen, da sich auch hinter dem „Plötzlichen Kindstod“ Infantizide verbergen können und ein „Münchhausen-Syndrom by proxy“ mit dem akzidentellen oder sogar intendierten Kindstod enden kann.

Das vorliegende Buch erfasst das Phänomen Kindstod und Kindstötung aus dem Blickwinkel von forensischen Psychiatern, Pädiatern, Rechtsmedizinern und Juristen. Ausgehend von historischen Betrachtungen zeigen die Experten anhand von Untersuchungen und Einzelfällen Spezifika auf, die von großer Bedeutung im medizinischen und juristischen Alltag sind und die in dieser aktuellen und umfassenden Form hiermit erstmals zusammengeführt werden.

Homecare: Die Rolle der Hausärzte im Entlassmanagement

Homecare ist ein junger Bereich, der die stationäre Versorgung mit der ambulanten Nachsorge verbindet und sämtliche weitere Versorger koordiniert. In der Praxis scheitert diese Idee derzeit noch häufig an fehlenden oder unpräzisen rechtlichen Rahmenbedingungen sowie Akzeptanzbarrieren. Dieses Buch bietet einen umfassenden Überblick der aktuellen Versorgungssituation im Homecare-Bereich in Deutschland. Es diskutiert den Homecare-Markt und seine Potentiale, die rechtlichen Rahmenbedingungen und gibt einen Überblick über nationale und internationale Studien zur Effektivität von Entlassmanagement und sektorenübergreifender Versorgung. Ein Praxisteil präsentiert Ergebnisse einer umfassenden empirischen Studie, die die Perspektiven von niedergelassenen Ärzten, Kliniken und stationärer sowie ambulanter Pflege zum Thema Homecare untersucht. Die Ergebnisse der Studie geben Aufschluss über die praktische Umsetzung der Homecare-Idee im Versorgungsalltag sowie die Potentiale und Risiken.

Handbuch IQM: Konsequent transparent – Qualität mit Routinedaten! 3. Auflage

“In der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) engagieren sich bis heute über 500 Mitgliedskrankenhäuser aus Deutschland und der Schweiz für mehr Qualität in der medizinischen und pflegerischen Versorgung. Die IQM Qualitätsmethodik nutzt Qualitätsmessung aus Routinedaten, konsequente interne und externe Ergebnistransparenz und bietet mit dem IQM Peer Review Verfahren ein Netzwerk zur kontinuierlichen Qualitätsverbesserung. Das Handbuch IQM erläutert die Ziele von IQM. Wertvolle Praxistipps und Arbeitsmaterialien unterstützen die Leserinnen und Leser bei der Implementierung und nachhaltigen Anwendung der IQM Qualitätsmethodik und damit bei der Schaffung einer offenen Fehler- und Verbesserungskultur im eigenen Krankenhaus. Darüber hinaus finden sich in der Neuauflage des Handbuchs weiterführende Inhalte, die zeigen, wie sich IQM auch über die eigentliche Methodik hinaus weiterentwickelt. Artikel zu aktuellen Themen, wie beispielsweise die Bewältigung der COVID-19-Pandemie, ergänzen das Handbuch.”

Gesundheitsforschung kommunizieren, Stakeholder Engagement gestalten: Grundlagen, Praxistipps und Trends

Angesichts einer gesellschaftlichen Entwicklung hin zu mehr Transparenz und Partizipation wird Kommunikation in der (Gesundheits-)Forschung immer wichtiger. Dieser Sammelband gibt Anregungen, wie erfolgreiche Kommunikation in der Gesundheitsforschung gestaltet werden kann, und ist ein Nachschlagewerk, das den Lesern Hilfestellung und Tipps für die eigene Arbeit gibt. Die wichtigsten Facetten der Wissenschaftskommunikation in der Gesundheitsforschung werden vorgestellt: von der Entwicklung einer Kommunikationsstrategie über das Verhältnis von Wissenschaft und Medien, bis zur Erstellung evidenzbasierter Informationen für Patienten, von Fragen der Organisationskommunikation über das Stakeholder Engagement bis zum Fundraising.

Ethikmanagement im Krankenhaus: Unternehmens- und Wertekultur als Erfolgsfaktor für das Krankenhaus Mit einem Geleitwort von Heinz Lohmann

Gute Führungskräfte im Krankenhaus tragen dazu bei, die medizinische und pflegerische Versorgung der Patienten auf hohem Niveau zu gewährleisten und zugleich die wirtschaftliche Existenzbasis ihres Hauses zu sichern. Sowohl innerhalb des Unternehmens als auch in der Interaktion mit Öffentlichkeit und Politik gilt es hier ständig zwischen den Ansprüchen an Wirtschaftlichkeit und gute Medizin zu vermitteln. Überzeugungskraft gewinnen Führungskräfte dabei durch einen präzisen Bezug auf die Werte und Ziele von Medizin und Ökonomie. Ein konstruktives Verständnis von Ethik – nicht nur auf Ebene der Patientenversorgung, sondern auch auf Ebene der Organisation – ist eine wesentliche Kompetenz für das Krankenhausmanagement.

Ethik ist ein grundlegender Aspekt der Qualität – dies gilt sowohl für die Medizin als auch für das Management. Werte, Vertrauen, Kultur und Ethik im Krankenhaus werden von Patienten, Mitarbeitern und Bevölkerung erwartet und sollten nicht dem Zufall überlassen werden. Es bedarf gezielter Managementmaßnahmen im Sinne eines Ethikmanagements, um durch Institutionalisierung und Strukturierung die Ethik in der Organisation Krankenhaus zu unterstützen und so einen wichtigen Beitrag sowohl zur Verbesserung der Patientenversorgung als auch zur Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter zu leisten.

Dieses Buch vermittelt Wissen und Praxistipps zum Aufbau von Ethik-Kompetenz und Ethikmanagement als Schlüsselfaktoren für das nachhaltig erfolgreiche Krankenhausmanagement.

Einwilligungserklärung und Forschungsinformation zur Gewinnung tierischer Proben

Infektionserreger, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden können und sogenannte Zoonosen hervorrufen, sind Gegenstand zahlreicher Forschungsprojekte. Um diese Erreger besser verstehen, bekämpfen und überwachen zu können, werden für wissenschaftliche Untersuchungen Proben von Tieren entnommen.

In diesem Kontext treten rechtliche und datenschutztechnische Fragestellungen auf, die die vorliegende juristische Expertise thematisiert. Sie dient dazu, Forschenden Rechtssicherheit bei der Entnahme und Bearbeitung von Tierproben sowie bei der Erstellung von Forschungsinformationen und Einwilligungserklärungen zu geben.

Das Buch erklärt, welche Rechtsfragen in den wissenschaftlich relevanten Probeentnahme-Szenarien und bei der Weiterverarbeitung von Probenbegleitdaten tangiert werden. Das Themenspektrum reicht dabei von der Anzeige- und Meldepflicht von Tierseuchen bis hin zu Nutzungs- und Verwertungsrechten an den Proben.

Die Digitale Transformation im Gesundheitswesen: Transformation, Innovation, Disruption

“Der digitale Wandel macht vor keiner Branche halt: Die Digitalisierung wird auch die Gesundheitswirtschaft in den nächsten Jahren deutlich verändern. Dies betrifft Kostenträger und Leistungserbringer, aber vor allem die Versicherten und Patienten, die durch digitale Lösungen eine aktive Rolle als souveräne Kunden einnehmen werden.
Online-Apotheken greifen die stationären Apotheken an, das Krankenhaus 4.0 setzt auf digitale Patientenakten, Start-ups und Entrepreneure bauen an Apps und Lösungen für ein innovatives Gesundheitssystem.

Das Buch beleuchtet aus verschiedenen Perspektiven praxisnah und fundiert die Digitalisierung im Gesundheitswesen. Akteure aus Politik, Krankenversicherung, Gesundheitseinrichtungen, Selbstverwaltung und Wirtschaft verorten ihre Institutionen in der digitalen Transformation. Experten, junge Entscheider und Start-ups zeigen Chancen, Herausforderungen und Grenzen auf und gehen der Frage nach, wie die Digitalisierung die Gesundheitsversorgung verändern wird.”

Österreichische Architekten in Bulgarien: 1878-1918

The authors have taken as target of the research project to draw up a picture of the architectural influences and the heritage of the Danubian Monarchy in Bulgaria at the turn of the century. On this way one unknown site of the architecture of the Danubian Monarchy is being cleared up. The contribution of the specialists from the Danubian Monarchy and of the Bulgarian architects educated there is being presented in the first part of the research project. The study starts out from the complex and multifarious cultural context of the European turn of the century and the political changes in southeastern Europe at this time. The decisive contribution of the specialists from the Monarchy in the field of urban design is being duplicated. The architectural influences of the Monarchy are studied in the finale chapter. The phenomenon of the willing acceptance of strange cultural elements is being explained. A chapter is devoted to the specific phenomenon of the Bulgarian National Romantic because there are detected important contributions of graduates from the architectural schools of the Monarchy. In the second part of the research project the fundamental information to the different architects and artists is being summarised in a catalogue. There are biographic descriptions of 66 persons, a listing of works and their illustrations, as well as the resources of information to be found. The work is illustrated with a maximum number of authentic documents. The shorten text consists of 171 sites and is illustrated with 338 pictures. In conclusion it is established that the search for the architectural heritage of the Danubian Monarchy in Bulgaria at the same time a search for the roots of the academic architecture in Bulgaria is.

Der freie Wille und die Schuldfähigkeit: in Recht, Psychiatrie und Neurowissenschaften

Bereits seit der griechischen Antike wurde die Frage nach dem freien Willen und damit auch nach der Schuldfähigkeit von Straftätern immer wieder aufgegriffen. Im 20. Jahrhundert wurde die Idee der Existenz eines freien Willens von unterschiedlichen wissenschaftlichen Richtungen vehement kritisiert:

Sowohl Freud und seine Nachfolger, wie auch die modernen Sozialwissenschaften und naturwissenschaftliche Disziplinen wie die vergleichende Verhaltensforschung, die Verhaltensgenetik und die Hirnforschung stellen das Konzept des freien Willens in Frage. Das Unbewusste, die soziale Prägung, unsere Gene und nonlineare, nicht beeinflussbare neuronale Prozesse sollten unser Verhalten bestimmen.

Ist die Idee des freien Willens nur eine weitere Illusion des Menschen?

Diese Diskussion ist auch für die forensische Psychiatrie von entscheidender Bedeutung: Sind Handlungen a priori durch unsere Gehirntätigkeit festgelegt, wäre auch die Suche nach krankheitsbedingten Einschränkungen des freien Willens eine Anstrengung, die ins Leere läuft. Sind Bewusstsein und Person inhaltslose Begriffe, die keine Entsprechungen in der Realität haben, so verlöre auch die Rede von der Einsichts- und Steuerungsfähigkeit jeden Sinn.

Dieses Werk präsentiert den spannenden interdisziplinären Dialog der unterschiedlichen Positionen renommierter Experten auf den Gebieten der Philosophie, der Biologie, der Theologie und der forensischen Psychiatrie in 14 hochkarätigen Beiträgen.

Datenschutzrechtliche Rahmenbedingungen medizinischer Forschung: Vorgaben der EU-Datenschutz-Grundverordnung und national geltender Gesetze

The European Data Protection Regulation applies since May 25th, 2018. It creates a uniform data protection legal framework within the EU. National and international medical research projects, regardless of whether they were started before or after the introduction of the GDPR, are obliged to follow this new regulation and implement it promptly. This raises various challenges for a large number of medical research projects. The University Medicine Greifswald commissioned this legal report, that was prepared by DIERKS+COMPANY. Two real-world research projects, the Baltic Fracture Competence Centre (BFCC) as well as the German Centre for Cardiovascular Research (DZHK) provide use cases, questions, and context for this legal report. It addresses questions regarding all steps of data processing. The report provides practical answers to a wide array of technical and organisational questions in the area of data protection-compliant processing of research data. A comprehensive guide to GDPR-compliant data processing has been developed, which both summarises the broad legal environment and provides specific assistance in the design and implementation of GDPR-compliant data management processes, including Informed Consent, Legal Consequences of Withdrawal, and Privacy by Design.

Datenqualität in der medizinischen Forschung: Leitlinie zum adaptiven Management von Datenqualität in Kohortenstudien und Registern

Der Nutzen von Kohortenstudien und Registern in der patientenorientierten Verbundforschung hängt wesentlich von der Qualität der dort erfassten Daten ab. Versorgungs- und Qualitätsforschung sind auf wissenschaftlich abgesicherte Methoden und Verfahren zur Sicherstellung einer hohen Datenqualität angewiesen. Die vorliegende Leitlinie enthält entsprechende Empfehlungen zum Management von Datenqualität in Registern, Kohortenstudien und Data Repositories. In der 2. Auflage wird ein deutlich erweitertes Indikatorenset bereitgestellt und die Anwendung der Indikatoren beispielhaft für verschiedene Typen von empirischen Forschungsvorhaben beschrieben. Die Leitlinie wird abgerundet durch eine aktuelle Literatursichtung und -analyse. Sie ist damit ein wichtiger Bestandteil des Maßnahmenspektrums zur Verbesserung und Sicherung der Datenqualität in der medizinischen Forschung.

Data Privacy in European Medical Research: A Contemporary Legal Opinion

The European Data Protection Regulation applies since May 25th, 2018. It creates a uniform data protection legal framework within the EU. National and international medical research projects, regardless of whether they were started before or after the introduction of the GDPR, are obliged to follow this new regulation and implement it promptly. This raises various challenges for a large number of medical research projects. The University Medicine Greifswald commissioned this legal report, that was prepared by DIERKS+COMPANY. Two real-world research projects, the Baltic Fracture Competence Centre (BFCC) as well as the German Centre for Cardiovascular Research (DZHK) provide use cases, questions, and context for this legal report. It addresses questions regarding all steps of data processing. The report provides practical answers to a wide array of technical and organisational questions in the area of data protection-compliant processing of research data. A comprehensive guide to GDPR-compliant data processing has been developed, which both summarises the broad legal environment and provides specific assistance in the design and implementation of GDPR-compliant data management processes, including Informed Consent, Legal Consequences of Withdrawal, and Privacy by Design.

Das ADHS Kaleidoskop: State of the Art und bisher nicht beachtete Aspekte von hoher Relevanz

ADHS – neue Facetten und Schnittstellen zu anderen Störungsbildern: Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zählt mit einer Prävalenz von 2–6 % zu den häufigsten psychischen Störungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter. Trotz nationaler und internationaler Leitlinien sowie einer kaum zu überschauenden Vielfalt an Publikationen bleiben nach wie vor viele relevante Fragen auf der diagnostisch-therapeutischen Seite, bei den am Gesamtbehandlungskonzept beteiligten Kooperationspartnern und den Betroffenen und Angehörigen offen. Gleichzeitig oder in Folge einer ADHS auftretende psychische Störungen wie bipolare Störungen, deren Therapie, die Überschneidungen mit epileptischen Anfällen, frühen Entwicklungsstörungen, motorischen Phänomenen, Sexualentwicklung, Teenager-Schwangerschaft, Delinquenz und Persönlichkeitsstörungen sowie rechtliche Aspekte bei ADHS und dessen Therapie mit Stimulanzien, Behandlungsalternativen zum evidenzbasierten Vorgehen einschließlich tiergestützter Verfahren und nicht zuletzt die Implikationen für die Jugendhilfe kommen in fast allen Standardwerken zu kurz. Namhafte Wissenschaftler und praxiserfahrene Vertreter verschiedener Professionen geben in diesem Werk ihre Erfahrungen und Empfehlungen an eine breite, interessierte Leserschaft weiter. Das „ADHS- Kaleidoskop“ eröffnet ärztlichen, psychologischen, pädagogischen Therapeuten, Physio-, Kreativ- und Ergotherapeuten, Jugend- und Sozialhilfemitarbeitern, Pflegenden und Lehrern sowie Betroffenen und Angehörigen die Möglichkeit, über den so genannten “Tellerrand“ zu schauen und sich fundiert über die zahlreichen Facetten von ADHS zu informieren.

Body Modification

“Die klassischen Formen der Körpermodifikationen, wie Piercings, Tattoos oder Bodybuilding, sind inzwischen allgegenwärtig. Mittlerweile werden medizinisch-ästhetische Eingriffe von (minimalinvasiven) schönheitschirurgischen oder gewichtsreduzierenden Maßnahmen bis hin zu Penisverlängerungen oder Amputationen immer populärer.
Dieses Werk setzt sich erstmals aus dem Blickwinkel der Psychologie und Medizin mit dem teils schwer nachvollziehbaren Phänomen der Körpermodifikationen auseinander. Das Buch nähert sich – wissenschaftlich fundiert – den gängigen Formen und Ausprägungen, den Risiken und Nebenwirkungen, den psychischen und medizinischen Aspekten, der rechtlichen Situation sowie dem kulturgeschichtlichen Hintergrund der äußerst heterogenen Köpermodifikationen.

Mit einem durchgehend praxisorientierten Ansatz bietet das Werk konkrete Informationen für alle Ärzte und Therapeuten bei der Beratung und Behandlung ihrer Klienten bzw. Patienten.”

Biomaterialbanken – Rechtliche Rahmenbedingungen

Der Aufbau und Betrieb von großen Biomaterialbanken wird zunehmend wichtiger: Materialbanken, die Proben langfristig für medizinisch-wissenschaftliche Analysen verfügbar machen, bieten ein großes Potential für die Klärung drängender Fragen der medizinischen Forschung. Dies gilt besonders, wenn die Proben mit Daten zum Erkrankungsverlauf der jeweiligen Patienten zusammengeführt werden. Die zunehmende Vernetzung in der biomedizinischen Forschung führt auch zum Aufbau übergreifender Daten- und Probensammlungen. Dabei stellt sich eine Vielzahl von rechtlichen und organisatorischen Fragen, für die in Deutschland bisher eine eindeutige Regelung fehlte. Die TMF hat diese Fragen aufgegriffen und in einem interdisziplinären Projekt viele Aspekte geklärt, die den Forschern nun in Form von Handlungsleitfäden und Mustertexten an die Hand gegeben werden. Der vorliegende zweite Band der TMF-Schriftenreihe beleuchtet aus juristischer Sicht die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Aufbau und Betrieb von Biomaterialbanken: umfassendes Rechtsgutachten; Zusammenstellung der Rechtsvorschriften; Musterverträge können von der TMF zur Verfügung gestellt werden.

Bewusstsein: Grundlagen, Anwendungen und Entwicklung

Angesichts der enormen technologischen Fortschritte und unseres Wissens über unsere äußere Natur benötigen wir ein neues Gleichgewicht in der Vertiefung und Erweiterung des Wissens und der Kompetenzen unseres „Weltinnenraums“ (Rilke), unseres Bewusstseins. Dies erfordert eine zunehmende wissenschaftliche Erforschung dessen, wie unser Bewusstsein funktioniert: biologisch, psychologisch, spirituell, sozial, individuell, kollektiv, ästhetisch. Es erfordert darüber hinaus die Entwicklung einer Bewusstseinskultur, die uns hilft, uns unseres Bewusstseins bewusst zu werden. Und schließlich geht es darum, diese besondere Würde unseres Menschseins, Bewusstsein zu besitzen, verantwortlich weiterzuentwickeln, unseren Platz in der Evolution besser zu verstehen und mehr und mehr bewusste Gestalter unseres Lebens und unseres Zusammenlebens zu werden.

Das Werk stellt diese fundamentale Qualität unseres Menschseins ins Zentrum und lässt Menschen zu Wort kommen, die sich im deutschsprachigen Raum am fundiertesten und intensivsten seit Jahrzehnten mit dieser Thematik beschäftigen.

Es beleuchtet einerseits den aktuellen Stand der Wissenschaft zu wesentlichen Schwerpunkten und gibt andererseits neue Einblicke in das Potenzial unseres Bewusstseins.

Bad Boys – Sick Girls: Geschlecht und dissoziales Verhalten

Dissoziales und delinquentes Verhalten bei Jugendlichen ist durch bekannte deutliche Geschlechterunterschiede in Art und Häufigkeit, die sich ins Erwachsenenalter fortsetzen, geprägt. In den letzten Jahren war zwar eine Zunahme delinquenten Verhaltens bei Mädchen zu verzeichnen, es bleibt jedoch abzuwarten, welche Bedeutung dieses Phänomen zukünftig haben wird.

Warum sind männliche Jugendliche erheblich häufiger delinquent als weibliche?

Die Beiträge dieses Bandes stellen mögliche Ursachen, den unterschiedlichen Verlauf, die verschiedenen Folgen sowie die Behandlungsmöglichkeiten für die weiblichen oder männlichen Jugendlichen dar. Zwei Aspekte treten in den Vordergrund:

– Die schon im frühen Kindesalter relevanten neurobiologischen Ursachen delinquenten Verhaltens betreffen überwiegend männliche Jugendliche.

– Die sozialen Bedingungen dissozialer Entwicklung haben mehr Auswirkungen auf die Sozialisation bei männlicher Delinquenz; bei weiblichen Jugendlichen gibt es im sozialen Umfeld während der gesamten Entwicklung deutlich mehr Unterstützung für eine sozial unauffällige Entwicklung.

Delinquenz bei weiblichen Jugendlichen wird häufiger als ein Ausdruck psychischer Störungen bewertet. Obwohl kein kausaler Faktor vorliegt, trägt dies auch dazu bei, dass Mädchen und junge Frauen in den Kriminalstatistiken weniger auftreten.

Dieser Band analysiert die Geschlechterdifferenzen delinquenten Verhaltens angemessen und ist eine Pflichtlektüre für alle Experten und Interessierten, die im Bereich Jugenddelinquenz tätig sind.

Amok, School Shooting und zielgerichtete Gewalt: aus kinder- und jugendpsychiatrischer Sicht

In den kinder- und jugendpsychiatrischen Kliniken werden durch Schulen, schulpsychologische Dienste, Jugendämter und Polizei immer mehr Kinder und Jugendliche vorgestellt, um deren Gefährdungspotenzial professionell einschätzen zu lassen.

Vor diesem Hintergrund, aber auch in Anbetracht der dramatischen Amokereignisse in Erfurt, Emsdetten und Winnenden, gibt das Buch einen Überblick über die neuesten interdisziplinären Forschungserkenntnisse sowie Erklärungsversuche der spezifischen Dynamik und vermittelt die Behandlungskonzepte und Ansätze zur Prävention.

Dabei verfolgt der Autor den Grundsatz, dass nur ein interdisziplinärer Ansatz und die Synopse der verschiedenen Aspekte aus einer entwicklungspsychologischen, tiefenpsychologischen, einer systemischen, neurobiologischen und soziologischen Sicht der komplexen Thematik zum Verständnis der Dynamik gerecht werden kann.

Oskar Kokoschka: Kunst und Politik 1937-1950

Result of our research is a monographic study dealing with a prominent part of Kokoschka’s life and work which has hitherto been regarded too little by scholars. The years of his exile in Prague and particularly in London, where he had to work under a lot of stress and pressure, are the time in which his political allegories came to be. As these works are outside the established canon of art historical development, and as they have no affinity to Surrealism or to Abstract art, scholars have so far spent comparatively less effort to analyse them. This study approaches the group of these works from a transdisciplinary perspective. The authors (G. Sultano is trained historian, P. Werkner art historian) set out from different questions with regard to his oevre and his life. This results in combining the view of a prominent body of Kokoschka’s paintings with a biographical perspective set against a political-historical background. The years between 1937 and 1950 were chosen as preliminary structure for a segment of a part of Kokoschka’s life and work, in which he was hit to the utmost by the politcal changes of the time. 1937 was picked because of the prominent exhibition which Kokoschka had in that year at the Österreichische Museum für Kunst und Industrie in Vienna and also in the travelling exhibition “Degenerate Art”, which was first opened in Munich. 1950 was picked for various reasons, among them the large overview of Kokoschka’s work in the “Haus der Kunst” in Munich. By this, the artist was rehabilitated, as it was, at the place of his former degradation. Art historical analysis of Kokoschka’s paintings is combined here with poltical history, with reception history and history of institutions, and also with questions regarding the role of the audience. The Viennese exhibition is analysed including studies of some of its proponents, among them the curator Carl Moll, Ferdinand Bloch-Bauer, the maecenas, and the museum’s director, Richard Ernst. The show “Degenerate Art”, which was held at nearly the same time in Munch, is looked upon with reference to the prototype of such “exhibitions of disgrace”. The role attributed to Kokoschka in the show is also analysed. The auction in Lucerne, in 1939, in which highly prominent works from German museums were sold, shows itself as another variation of his defamation in the “Reich”. Kokoschka had a prominent role in exile, first in Prague, then in London, where he became a leading figure among emigrants and in antifascist circles. The chapter on the poltical allegories both treats the allegorical group of his works and provides an elemental iconographical view in context. The era of the Cold War, which has also become prominent among art historians in recent years, plays an important role in the reception of Kokoschka’s work after WW II. The artist’s strenuous relationship to Viennese poltical and art circles is treated here, as well as the story of Kokoschka’s portrait of the Viennese mayor Theodor Körner. Finally, the question of the artist’s relationship to the Salzburg-based art dealer Friedrich Welz is examined, and also his conservative turnaround in the late 40’s. The illustrations of the study are also of considerable interest, as they provide another form of insight at several occasions. Kokoschka, the letter-writer, is also being presented in a variety of long quotations. A synchronoptic presentation of political and cultural developments provides with a panorama of the time. A list of the artist’s exhibitions, a selection of contemporary critiques in the press, and the literature list provide the scholar with material for further research.

Adipositas-Management: Versorgung, Betreuung und Behandlung in Anästhesie, Chirurgie, Intensivmedizin und Notfallmedizin

Übergewicht und Adipositas nehmen weltweit zu: In Deutschland ist die Mehrzahl der Erwachsenen übergewichtig oder adipös, unter den Kindern und Jugendlichen ist es bereits fast ein Viertel. Adipositas bedeutet für die Betroffenen gravierende gesundheitliche Risiken und Probleme, die im Rahmen einer Notfall- oder Krankenhausbehandlung lebensbedrohlich werden können. Die Vielzahl der Begleiterkrankungen und der pathophysiologischen Veränderungen des Atemapparates und des Herz-Kreislaufsystems führen zu einem deutlich erhöhten Risiko perioperativer Komplikationen. Zur Beherrschung dieser Risiken sind spezielle Abläufe und Behandlungsmanagements notwendig: integrierte Konzepte für die präoperative Evaluation, für ein adäquates Atemwegsmanagement mit einer adaptierten Narkoseführung sowie für die Intensivtherapie und Schmerztherapie. Zudem erfordern diese Patienten speziell geschultes Krankenhaus- und Rettungspersonal, geeignetes Equipment sowie eine adäquate bauliche Ausstattung, für die zukünftig alle Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen sorgen müssen.

Dieses Praxishandbuch vermittelt umfassend die Theorie und Praxis der besonderen Voraussetzungen, Konzepte und Strukturen zur Behandlung und Versorgung von übergewichtigen oder adipösen Erwachsenen und Kindern.

Adaptive Nutzenbewertung für Untersuchungs- und Behandlungsmethoden mit Medizinprodukten hoher Klassen: Die Abwägung von Patientennutzen, Evidenz und Zugang

Das GKV-VSG führte erstmalig die Nutzenbewertung von Untersuchungs- und Behandlungsmethoden mit Medizinprodukten hoher Klassen und invasivem Charakter ein. Zukünftig wird die Entscheidung über die Erstattungsfähigkeit von der Dokumentation von Nutzen und Schaden abhängig sein. Grundsätzlich kann die Nutzenbewertung in drei Phasen unterteilt werden: Messen von kausalen Effekten einer Intervention, Bewertung der gemessenen Effekte und Entscheidung über die Erstattungsfähigkeit eines aggregierten Gesamtnutzens. Um den Anforderungen zu begegnen, stellen adaptive Studiendesigns, die multikriterielle Entscheidungsanalyse und die adaptive Nutzenbewertung ein zukunftsfähiges Konzept für einen schnellen Zugang von Patienten zu innovativen Behandlungsmethoden bei hoher Qualität und Sicherheit dar.

Weaving Solidarity: Decolonial Perspectives on Transnational Advocacy of and with the Mapuche

In the Global South, Indigenous and Native people continue to live under colonial relations within formally independent nation-states. Sebastian Garbe offers a critical perspective on contemporary expressions of international solidarity and transnational advocacy. He combines approaches from critical race and decolonial studies with an activist ethnography on networked spaces of encounters created through solidarity activism by Mapuche and non-Mapuche actors. Departing from those experiences, this book not only presents potential pitfalls of transnational advocacy but suggests new ways of understanding and practicing solidarity.

Totalitarismustheorien in der jungen BRD: Zur Kritik des Nationalsozialismus und des Sowjetkommunismus in der Zeitschrift »Der Monat«

Die 1948 im Auftrag der US-amerikanischen Militärregierung gegründete Zeitschrift Der Monat war ein intellektueller Brennspiegel der jungen Bundesrepublik, in dem die politischen Deutungskonflikte – mit Fokus auf den Nationalsozialismus, den Sowjetkommunismus und die Zukunft der westlichen Welt – ausgetragen wurden. Zu ihrem Renommee trug bei, dass sie zahlreiche prominente Autoren wie Hannah Arendt, Raymond Aron, Hans Kohn, Herbert Lüthy, George F. Kennan oder auch die Exkommunisten Arthur Koestler, George Orwell und Richard Löwenthal versammelte. Joachim Gmehling zeigt, welches Bild in der Zeitschrift vom nationalsozialistischen und sowjetkommunistischen Herrschaftssystem gezeichnet wurde und wie der Vergleich der beiden Diktaturen ausfiel. Dabei rekonstruiert er nicht nur den Einfluss der zeitgenössischen Totalitarismustheorien sowie die Imperative der US-amerikanischen Besatzungspolitik in Westdeutschland, sondern geht auch auf die CIA-Hintergründe des Periodikums ein. Eine Studie zu den Anfängen des Kalten Krieges, die angesichts der vielschichtigen Krise der westlichen Demokratien an Aktualität gewinnt.

Teaching Media: Medientheorie für die Schulpraxis – Grundlagen, Beispiele, Perspektiven (unter Mitarbeit von Linda Leskau, Kathrin Lohse, Arne Malmsheimer und Jens Schröter)

Nowadays, media determine the daily routine of schools. But what are media? How has media been fought about over the centuries? This volume offers the foundations for a qualified confrontation with questions of media reflection and the use of media in school praxis. A historical overview shows the structures of the debates around the possibilities and dangers of the use of media, and thus serves to make the debate more objective. The comprehensible and competent representation of the central concepts, developments and discoveries of media theory make this book essential reading for students in education and student teachers from diverse subject areas.

Soziologien des Lebens: Überschreitung – Differenzierung – Kritik

The various sociologies of life do not interpret life only as the object that is socially standardized, enhanced and recognized. They always see it as a subject of its norms, its knowledge and its changes as well. Life is not one-sided; instead its entanglements are analyzed: the immanence of nature and culture; the concurrence of being active and passive; the co-constitution of affect and cognition; the identity of normativity and standardization. Following authors such as Bataille, Bergson, Canguilhem, Deleuze, Driesch, Plessner, the pragmatists or Simmel, the contributions featured in this book unfold different perspectives on the sociology of life, re-vitalizing a discourse that is instructive for sociological theory in a variety of ways.

Risikodemokratie: Chemnitz zwischen rechtsradikalem Brennpunkt und europäischer Kulturhauptstadt

Die rechtsradikalen Ausschreitungen 2018 in Chemnitz werfen grundlegende demokratietheoretische Fragen auf: Welche Gefahren drohen von Rechts? Wie wird eine ganze Stadt zum politischen Risikogebiet? Und was bedeutet die Präsenz riskanter Politisierung und Entpolitisierung für unsere Demokratie? Die Autor*innen illustrieren entlang ethnografischer Streifzüge, wie eine apolitische Mitte der radikalen Rechten immer wieder den öffentlichen Raum überlässt. Die Rechtsextremen breiten sich in diesem Vakuum aus und reklamieren demokratische Grundrechte für sich, um sie gleichzeitig abzuschaffen. Als Kulturhauptstadt 2025 muss sich Chemnitz im Umgang mit diesem demokratischen Risiko bewähren.

Religiöse Sozialisation in muslimischen Familien: Eine vergleichende Studie

Die religiöse Sozialisation von muslimischen Kindern und Jugendlichen in ihren Familien stellt in Deutschland ein noch weitestgehend unerforschtes Themengebiet dar. Ausgehend von der Fragestellung, welchen Einfluss Moscheen, Kindertagesstätten und Schulen, aber auch die Peers, Medien und die Gesellschaft auf die religiöse Sozialisation von muslimischen Kindern haben, rückt Ayse Uygun-Altunbas erstmalig muslimische Familien ins Zentrum der Analyse und greift hierzu die Perspektive der Eltern auf.Die qualitative Analyse zeichnet eine differenzierte Typologie der religiös-muslimischen Erziehungsvorstellungen nach und präsentiert typspezifische Merkmale der Familienreligiosität, Vermittlungsformen der religiösen Erziehung sowie weitere sozialisationsrelevante Einflüsse.

Raum und Würde: Interdisziplinäre Beiträge zum Verhältnis von Normativität und räumlicher Wirklichkeit. Städtebau – Transitorte – Hospize

“Wie manifestiert sich der abstrakte und oftmals unterbestimmte Begriff der menschlichen Würde in konkreten räumlichen Konstellationen – etwa öffentlichen Gebäuden oder in einem Hospiz?

Die Beiträge des Bandes beleuchten interdisziplinär und dialogisch die unterschiedliche Auflösung dieses Spannungsverhältnisses zwischen Räumen und Würde. Dabei werden bewusst die formalen Schranken wissenschaftlichen Publizierens überwunden und in Form und Inhalt ein Publikum auch jenseits des universitären Umfeldes für den Themenbereich angesprochen.”

Politischer Rassismus in der post-homogenen Gesellschaft: Eine postkoloniale Kritik

Rassismus ist politisch und das Politische ist geprägt von Rassismus. In vielen Teilen der deutschen Gesellschaft stehen sich Befürworter*innen der Homogenität und Vielfaltsbegeisterte unversöhnlich gegenüber. Lorenz Narku Laing analysiert die posthomogene Gesellschaft und zeigt, dass rassistische Politiken zum Kerngeschäft der Verfechter*innen der Homogenität gehören. Seine postkoloniale Kritik untersucht die tieferliegenden Gründe hierfür und liefert zugleich eine kritische Intervention in die (politik-)wissenschaftliche Forschung. Dabei wird deutlich, dass Rassismus weit mehr ist als Diskriminierung und Benachteiligung: Rassismus ist eine politische Ideologie.

Opera buffa und Spielkultur: Eine spieltheoretische Untersuchung am Beispiel des venezianischen Repertoires des späten 18. Jahrhunderts

The ludic element contributes substantially to the highly entertaining quality of opera buffa. Within the field of opera research, up to now this aspect has been neglected to a large extent. However, the denomination itself of the buffa-genre usual in the 18th century – “dramma giocoso” – typifies the central role of the playful element in this opera form. On the basis of play theories derived from different disciplines – anthropology, psychology, pedagogy and philosophy – the multilayered moments of play in the opera buffa and its performance context are enucleated by analysing the repertory of Venice, the then “capital of amusement”. Thereby, the concept of play is used as an interpretive key applied to this cultural phenomenon as a whole.