OA eBooks Collection
Moscheeleben in Deutschland: Eine Ethnographie zu Islamischem Wissen, Tradition und religiöser Autorität
Welches religiöse Wissen und welche Praktiken sind in deutschen Moscheen vorzufinden? Wie legitimieren Muslim*innen islamisches Wissen als gültig bzw. ungültig und wer autorisiert dieses Wissen? Ayse Almila Akca bietet mit ihrer ethnographischen Studie tiefe Einblicke in das Moscheeleben in Deutschland und gibt spannende Antworten auf diese und weitere Fragen. Sie hinterfragt gängige Vorstellungen und analysiert religiöse Autorität, Geschlechterverhältnisse und innerislamische Kritik in deutschen Moscheen auf Basis ihrer langjährigen und intensiven Feldforschungen. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag, um die Entwicklungen im islamischen Feld in Deutschland besser zu verstehen.
More Than Machines?: The Attribution of (In)Animacy to Robot Technology
We know that robots are just machines. Why then do we often talk about them as if they were alive? Laura Voss explores this fascinating phenomenon, providing a rich insight into practices of animacy (and inanimacy) attribution to robot technology: from science-fiction to robotics R&D, from science communication to media discourse, and from the theoretical perspectives of STS to the cognitive sciences. Taking an interdisciplinary perspective, and backed by a wealth of empirical material, Voss shows how scientists, engineers, journalists – and everyone else – can face the challenge of robot technology appearing »a little bit alive« with a reflexive and yet pragmatic stance.
Equal subjects, unequal rights: Indigenous people in British settler colonies, 1830-1910
This book focuses on the ways in which the British settler colonies of Australia, Canada, New Zealand and South Africa treated indigenous peoples in relation to political rights, commencing with the imperial policies of the 1830s and ending with the national political settlements in place by 1910. Drawing on a wide range of sources, its comparative approach provides an insight into the historical foundations of present-day controversies in these settler societies. The assertion of exclusive control over the land and the need to contain indigenous resistance meant that the governments preferred to grant citizenship rights to those indigenous peoples committed to individual property and a willingness to abandon indigenous status. However, particular historical circumstances in the new democracies resulted in very different outcomes. At one extreme Maori men and women in New Zealand had political rights similar to those of white colonists; at the other, the Australian parliament denied the vote to all Aborigines. Similarly, the new South African Government laid the foundations for apartheid, whilst Canada made enfranchisement conditional on assimilation. These differences are explored through the common themes of property rights, indigenous cultural and communal affiliations, demography and gender. This book is written in a clear readable style, accessible at all levels from first-year undergraduates to academic specialists in the fields of Imperial and Colonial History, Anthropology and Cultural Studies.
Monospace and Multiverse: Exploring Space with Actor-Network-Theory
In contrast to buildings divided by walls, monospace buildings are determined far less by its shell than by a reciprocal relationship between space and practices, objects, materials, and human bodies. Using the example of such one-room-architectures, this book explores the potential of an actor-network-theory (ANT) approach to space in the field of architecture. Sabine Hansmann focuses on the Sainsbury Centre for Visual Arts in Norwich, England by Foster Associates (1978) to investigate the mutual entanglement of people, objects and building. She traces the work that is necessary in »doing« space and thus suggests a re-conceptualisation of space in architectural theory.
Moderieren im Museum: Theorie und Praxis der dialogischen Besucherführung
Museumsbesucher fordern Möglichkeiten zur Teilhabe. Sie wollen Inhalte und Thesen von Ausstellungen vor Ort erörtern und kommentieren, ihre eigenen Gedanken, Erfahrungen und Erlebnisse unmittelbar an ihre Beobachtungen anbinden. Wie das gelingen kann, das haben sich Museen trotz Besucherforschung bisher kaum gefragt. Wie können sich Besucher in einer Führung einbringen, wie viel Zeit und Raum verlangt ihre Beteiligung, wie müssen sich Informationen und Vortragsstil ändern? Antworten liefert das Konzept der Museumsmoderation, das hier anhand praktischer Beispiele, technischer Anleitungen und theoretischer Hintergründe beschrieben wird.
Mit Beiträgen von Bettina Altendorf, Anna Grosskopf, Christine Heiß, MichaelMatthes, Sofija Popov-Schloßer, Marion Schröder, Friederike Weis, Georg vonWilcken.
Modenetze – Modeschwärme: Kleidungskulturen ohne zentrale Akteure
Modemacher*innen, Designer*innen, Influencer*innen, Medien, Subkulturen – noch immer wird die Verantwortung für den modischen Wandel bei zentralen Schlüsselfiguren gesucht. Doch die Gatekeeper*innen der Vergangenheit haben viel von ihrer Definitionsmacht verloren. Was also treibt Moden gegenwärtig voran? Die Initiative scheint auf eine große Zahl Einzelner übergegangen, deren Vielfalt vestimentäre Kulturen hervorbringt, die sich als räumliche Modenetze und zeitliche Modeschwärme beschreiben lassen. Anna Kamneva-Wortmann bietet eine neue Perspektive auf die modische Demokratisierung und behauptet: Kleidermoden entstehen und verschwinden heute »bottom-up«.
Mittel
Beim Philosophieren über ‘Mittel’ werden diese oftmals technologisch verkürzt als bloße Instrumente der Zweckrealisierung erachtet. Dabei wird übersehen, dass ‘Mittel’ bzw. das ‘System der Mittel’ (als ‘Medialität’) konstitutiv für unser theoretisches und praktisches Weltverhältnis ist. Hegel hat die umfassendste Reflexion dieses Problems vorgelegt: in der Phänomenologie des Geistes mit Blick auf die Entstehung eines Selbstbewusstseins im Zuge der Arbeit des ‘Knechts’ als Mittel; in der Wissenschaft der Logik mit Blick auf den Doppelcharakter des Mittels, Instrument und zugleich Potenzial zu sein und somit der Vernunft die ‘List’ zu eröffnen, sich von der äußeren Welt zu distanzieren und sich als Macht zu erhalten; in der Rechtsphilosophie mit Blick auf die Entstehung der Sittlichkeit als Koordination der Mittel im System. Dabei wird deutlich, dass das Selbstbegreifen der Vernunft nur durch die Reflexion auf das Praktische möglich ist. Diese Fragen werden in den Argumentationslinien von Marx, Husserl und Cassirer weiter verfolgt.
Miteinander für morgen: Für Arbeitszeiten, die zum Leben passen
Die IG Metall hat das Thema Arbeitszeit auf die Agenda gesetzt: für mehr Selbstbestimmung für die Beschäftigten. In diesem Buch stellen Akteurinnen und Akteure Verlauf und Ergebnis der Tarifrunde 2018 in der Metall- und Elektroindustrie dar und werfen einen Blick auf zentrale Elemente gewerkschaftlichen Handelns. Gerechtigkeit, Autonomie, Solidarität und Macht stehen dabei im Mittelpunkt. Die Tarifrunde begreifen sie dabei als praktischen Auftakt für eine Zukunftsdebatte über die Rolle von Gewerkschaften, Mitbestimmung und Beteiligung in einer Gesellschaft im Umbruch.
Mit Geschichte spielen: Zur materiellen Kultur von Spielzeug und Spielen als Darstellung der Vergangenheit
Spielzeug und Spiele gehören zur grundlegenden Lebenswelt von Kindern. In der alltäglichen Praxis des Spielens begegnet ihnen eine Vielzahl an geschichtskulturellen Produkten. Die in diesen Dingen lagernden Narrationen und Interpretationen vermitteln Vorstellungen von der Vergangenheit und ihrer Beschaffenheit. Was Kinder über Geschichte wissen, wird damit ganz basal von diesen Objekten beziehungsweise den damit verbundenen Praxen mitbestimmt. Mit den Beiträgen des Bandes nähern sich erstmals Expert*innen aus der Geschichtsdidaktik, Geschichts-, Kultur- und Erziehungswissenschaft diesem Phänomen an. Sie fokussieren dabei vor allem Aspekte der materiellen Kultur und des spielerischen Umgangs mit sowie Darstellungsmodi von Geschichte.
Mit Geld spielt man nicht!: Glücksspiel und »Glücksspielsucht« im parlamentarischen Diskurs
Es geht um sehr viel Geld. Mehr als 16 Milliarden Euro haben die Menschen in Deutschland im Jahr 2019 beim Glücksspiel verloren. Nach jahrzehntelangem Ringen hat sich die Politik jetzt dazu entschlossen, den Glücksspielmarkt im Internet zu legalisieren – die Suchtexpert*innen sind alarmiert. Vor diesem Hintergrund untersucht Gerd Möll den Glücksspieldiskurs in verschiedenen Landesparlamenten und im Bundestag. Seine Analyse zeigt, dass »Glücksspielsucht« einerseits als medizinischer Sachverhalt präsentiert wird, andererseits aber auf moralischen Wirklichkeitsvorstellungen beruht. Das Problemmuster »Glücksspielsucht« wird dabei für unterschiedliche gesellschaftliche Interessen instrumentalisiert und legitimiert darüber hinaus ein neues Kontrollregime.
Mit Adorno im Tonstudio: Zur Soziologie der Musikproduktion
Das Aufzeichnen von Musik im Tonstudio wird bisher eher selten als eigenständige Form des Musizierens verstanden. David Waldecker untersucht diesen Prozess mit Bezug auf Adorno, praxeologische Ansätze und eigene Feldforschung im Bereich Hardcore und Jazz. Er zeigt, wie im Studio durch dessen technische und räumliche Besonderheiten und Rolle in der Produktion bestimmte Formen des Musikmachens erzeugt werden. Zugleich liefert er eine Auseinandersetzung mit aktuellen Ansätzen in der Musiksoziologie und der Ethnographie aus Sicht der Kritischen Theorie Adornos.
Mission und Kultur im alten Neuguinea: Der Missionar und Völkerkundler Stephan Lehner
Gewürdigt wird das Lebenswerk des Missionars und Völkerkundlers Stephan Lehner (1877-1943), der heute noch von den Menschen am Huongolf in Neuguinea als »Kulturbringer« in Ehren gehalten wird. Besonderen Wert legt der Autor, ein Nachfahre Lehners, auf die anschauliche Dokumentation der ethnologischen Arbeiten und Sammlungen Lehners. So lässt dieser reich bebilderte Band zugleich ein lebendiges Bild der melanesischen Kultur in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstehen.
Minimalismus – Ein Reader
Minimalismus prägt den Alltag von immer mehr Menschen. Für jüngere Generationen erscheint Minimalismus als neues Phänomen, das – häufig vermischt mit einer ökologischen Lebensweise – die Kultur in Deutschland verändert. Dass diese Diskussion über Wohlstand, Besitz und menschliche Grundbedürfnisse eine lange Tradition besitzt, ist bisher im populären Diskurs nicht sichtbar. Der Minimalismus-Reader eröffnet erstmals die Vielschichtigkeit des Phänomens durch verschiedene wissenschaftliche Perspektiven aus der Kulturanthropologie, Soziologie, Ethnologie, Kulturpsychologie, Katholischen Theologie, Ostasiatischen Kunstgeschichte und Designgeschichte.
The Enlightenment and Religion: The Myths of Modernity
This title offers a critical survey of religious change and its causes in 18th-century Europe, and constitutes a radical challenge to the accepted views in traditional Enlightenment studies. Focusing on Enlightenment Italy, France and England, it illustrates how the canonical view of 18th-century religious change has in reality been constructed upon scant evidence and assumption, in particular the idea that the thought of the enlightened led to modernity. Despite a lack of evidence, one of the fundamental assumptions of Enlightenment studies has been the assertion that there was a vibrant Deist movement that formed the “intellectual solvent” of the 18th century. The central claim of this book is that the immense ideological appeal of the traditional birth-of-modernity myth has meant that the actual lack of Deists has been glossed over, and a quite misleading historical view has become entrenched.
Mindfulness and Meditation at University: 10 Years of the Munich Model
Why should mindfulness and meditation be taught at universities? What impact could the establishment of such programs have on students and on the education system itself? Andreas de Bruin showcases the remarkable results of the first ten years of the Munich Model »Mindfulness and Meditation in a University Context« – a program started in the year 2010 in which 2000 students have already participated.Through meditation-journal entries featured in the book, students describe the effects of mindfulness and meditation on their studies and in their daily lives. In addition to an overview of cutting-edge research into mindfulness and meditation, along with in-depth analyses and explanations of key terms, the book also contains numerous practical exercises with instructions.
Mimesis
Mimesis soll als Grundkategorie einer dialektischen Theorie der Künste eingeführt werden. Dafür wird eine dialektisch-systematische Skizze des Begriffs angelegt: Mimesis ist eine Weise der Widerspiegelung von Realität, die selbst Realität ist, und ist insofern eine ontologisch-erkenntnistheoretische Kategorie. Sie erfasst zugleich auch das Verhältnis von Natur und Kultur und ist insofern eine anthropologische Kategorie. Vor diesem Hintergrund zeigt sich ihre kunsttheoretische Seite: Mimesis offenbart Verborgenes; sie macht sichtbar, was bisher unsichtbar war; sie entwirft eine Welt aus menschlicher Perspektive. Diese drei Seiten des Mimesisbegriffs werden aus Überlegungen von Aristoteles bis hin zu Benjamin, Ricœur und Hans Heinz Holz entwickelt.
Mikro-Utopien der Architektur: Das utopische Moment architektonischer Minimaltechniken
Nachdem die Utopie mit dem Eintritt in die »Postmoderne« ab 1968 allmählich in Verruf geriet, zeigt sich in den gegenwärtigen kulturellen Diskursen ihre Rückkehr. Der Tief- und Wendepunkt dieser Entwicklung wird vom Zusammenbruch der kommunistischen Regime 1989/91 markiert. Sandra Meireis stellt für das architektonische Feld die zentrale Hypothese auf, dass sich eine Wiederkehr der Utopie in Form pluraler Mikro-Utopien beobachten lässt. Darüber hinaus zeigt sie auf, dass die Utopie als geschichtsphilosophisches Modell gesellschaftlichen Wandlungen unterliegt und mithin die spätmoderne Tendenz der kulturellen Partikularität reflektiert.
Mikrologien: Literarische und philosophische Figuren des Kleinen
Mikrologien – das sind die Kleinigkeiten, die kleinen Dinge. Sie erscheinen oft als unbedeutend, niedlich, dem Übersehen preisgegeben. Aber erschöpft sich ihr Logos in dieser (scheinbaren) Schwäche? Die vorliegenden Aufsätze entdecken andere Potenziale des Kleinen. In Literatur und Philosophie wird das Grundlegende, das Störende, das Dichte, die fantastische Welthaltigkeit aufgespürt. Die Autoren stecken an exemplarischen Gegenständen einen historischen Raum vom 17. bis zum 21. Jahrhundert ab und erkunden das Kleine als motivische, formale, epistemische und poetologische Instanz. Die mikrologische Recherche zeigt, dass die keimhafte, monadische und atomistische Relation zum Großen und Ganzen die literarische und philosophische Einbildungskraft enorm provoziert hat.Der Band behandelt u.a. Arbeiten von Walter Benjamin, Adalbert Stifter, Samuel Beckett, Franz Kafka, Heinrich von Kleist und Virginia Woolf.
Migrieren – Arbeiten – Krankwerden: Eine biographietheoretische Untersuchung
Wird über Krankheit von Migranten und Migrantinnen gesprochen, so werden schnell Kategorisierungen von Kulturdifferenz und Fremdheitserfahrung herangezogen. Um kulturalistische und verallgemeinernde Objektivierungen zu überwinden, werden in der Studie anhand biographisch narrativer Interviews seelische, körperliche und sozialweltliche Phänomene im Kontext von Migrationserfahrungen untersucht. Als »medizinische Fälle« diagnostizierte türkische Menschen wurden gebeten, ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Diese biographischen Alltagserzählungen mit ihren Interpretationen der Migrationserfahrungen und des Krankwerdens in Deutschland stehen im Zentrum der Studie. Die eigene Lebenspraxis wird als biographische Arbeit bei der Balancierung lebens- und familiengeschichtlicher Erfahrungen und von gesellschaftlichen Anforderungen gewürdigt. Folgenden Fragen geht die Studie nach: In welche lebensgeschichtliche und gesellschaftliche Konstellation sind die Erfahrungen von Krankheit eingebettet? Welche Rolle spielt die individuelle Migrationsgeschichte? Wie sprechen Menschen über ihr eigenes Leben und die Welt und wie wird dieses Sprechen durch die Einflüsse im Herkunfts- sowie im Migrationsland beeinflusst?
Migrationsforschung (inter)disziplinär: Eine anwendungsorientierte Einführung
Wie werden Erkenntnisse im von Norm- und Wertekonflikten dominierten Feld der Migrations- und Integrationsforschung generiert und reflektiert? Die Beitragenden des Bandes gehen dieser Frage nach und diskutieren die Möglichkeiten und Grenzen im Rahmen ihres Vorgehens. Im Mittelpunkt steht dabei die Verbindung zwischen der inhaltlichen Auseinandersetzung und dem methodisch-analytischen Vorgehen, denn die Transparenz der im Forschungsprozess getroffenen Entscheidungen ist für eine anwendungsorientierte Wissenschaft unabdingbar.
Migration und religiöse Dynamik: Ethnologische Religionsforschung im transnationalen Kontext
Religion gilt als wichtige Ressource zur Artikulation von kulturellen Identitäten – besonders bei Menschen mit erhöhter Mobilität. Ethnologische Forschungen haben dazu beigetragen, die transnationale Perspektive in der Migrationsforschung zu etablieren, indem nicht nur die verschiedenen Aufenthaltsorte von Migranten und Migrantinnen und ihren Familienangehörigen, sondern auch die Transaktionen und Vernetzungen zwischen diesen in den Blick gerückt sind. Migranten reaktivieren nicht nur die eigene Religion und leben sie teilweise aktiver als in der Heimat, sondern das Nebeneinander unterschiedlicher Religionen im Einwanderungsland führt auch zu einer erhöhten Pluralisierung von religiöser Kultur mit den verschiedensten Wirkungen und Dynamiken.In diesem Buch wird auf Basis aktueller ethnographischer Forschung die Verwobenheit informeller Mikropolitiken und makrostruktureller Angelegenheiten von Religion und rituellen Praxen untersucht. Dabei geht es zentral um das Spannungsfeld zwischen individuellen Handlungsstrategien und den kulturellen wie sozialen Zugehörigkeiten im transnationalen Raum.
Migration in den Alpen: Handlungsspielräume und Perspektiven
Wie lebt es sich als Migrantin oder Migrant in Graubünden?Am Beispiel der touristischen Region Oberengadin und dem ländlich-peripheren Avers und Schams zeigt diese kulturwissenschaftliche Studie Handlungsspielräume und Gestaltungsmöglichkeiten aus der Sicht von Zugewanderten auf. Wie richten sie sich am Ort und zwischen den Orten ein? Wie entstehen und gestalten sich Zugehörigkeiten? Welche Potenziale bietet die Region Zugewanderten und welche Ressourcen bringen diese mit? Mono- und multilokale Lebensweisen, transnationale Familien, innovatives Unternehmertum – ein breites Spektrum an Lebensentwürfen entfaltet sich.
Migration als Bildungsherausforderung: Subjektivierung und Diskriminierung im Spiegel von Migrationsbiographien
Wie lassen sich Subjektivierungsprozesse von »Migrationsanderen« rekonstruktiv erschließen und mit Begriffen der Butler’schen Subjekttheorie fassen? Am Beispiel biographischer Erzählungen vermittelt Nadine Rose Einsichten in Subjektbildungsprozesse von männlichen Jugendlichen aus Einwandererfamilien. Dabei werden implizite und explizite Anrufungen als »Andere« nicht nur als individuelle Herausforderungen gezeigt, sondern auch als Bildungsherausforderung für die Mehrheitsgesellschaft markiert. Die migrationspädagogische und bildungstheoretische Perspektive der Studie bietet dabei Einblicke in schulische und alltägliche Praxen der resignifizierenden Positionierung und Differenzierung.
Metamorphosen des Signifikanten: Zur Bedeutung des Körperbilds für die Realität des Subjekts
Ausgehend vom Konzept des Mangels, der den Menschen grundlegend vom Tier unterscheidet, stellt das Buch dar, wie sich das dem Andern der Sprache ausgelieferte Subjekt gleichwohl orientieren kann. Der Bodenlosigkeit der Sprache stehen Körperbilder gegenüber, deren Ursprung im Andern des Spiegelbildes liegt, in dem sich das werdende Subjekt entdeckt. Seine Reflexion führt es auf seine unsichtbaren und körperlichen Seiten diesseits des Spiegels zurück; sie befähigt es auch zu Kreativität. Dabei fließen Körperbilder (Gestalten, Gesichter, Hände etc.) in verwandelten Formen als Matrix, als Schablone mit in Wahrnehmung, Verhalten, Erkenntnis, Schrift ein: Realität konstituiert sich als eine anthropomorphe. Ein abschließender Teil geht der Frage nach, wie zerstörte Körperbilder vor allem in Psychosen restrukturiert werden können.
The End of Irish History?: Reflections on the Celtic Tiger
Ireland appears to be in the throes of a remarkable process of social change. Over the last decade, the apparently inescapable status of the twenty-six counties as an economic casualty has been dramatically reversed. In recent years, it has become commonplace for the Irish Republic to register formal rates of economic growth that are the envy of every other western European state. The purpose of this exciting new book is to systematically scrutinise the interpretations and prescriptions that inform the deceptively simple metaphor of the ‘Celtic Tiger’. The standpoint of the book is that a more critical approach to the course of development being followed by the Republic is urgently required. The essays collected here set out to expose the fallacies that drive the fashionable rhetoris of Tigerhood. Four of these fallacies – that Ireland has cast off the chains of economic dependency, that everyone is benefiting from the economic recovery, that personal freedom and liberty are at an unprecedented level for all citizens, and that Ireland is also experiencing a period of strong cultural renaissance – are vigorously challenged. An esteemed list of contributors deal with issues such as immigration, women’s issues, globalisation, and changing economic and social conditions. This book will be essential reading for all students of modern Ireland.
Mental Health Atmospheres Video Games: New Directions in Game Research II
Gaming has never been disconnected from reality. When we engage with ever more lavish virtual worlds, something happens to us. The game imposes itself on us and influences how we feel about it, the world, and ourselves. How do games accomplish this and to what end? The contributors explore the video game as an atmospheric medium of hitherto unimagined potential. Is the medium too powerful, too influential? A danger to our mental health or an ally through even the darkest of times? This volume compiles papers from the Young Academics Workshop at the Clash of Realities conferences of 2019 and 2020 to provide answers to these questions.
Menschliches Handeln als Improvisation: Sozial- und musikwissenschaftliche Perspektiven
Improvisieren ist menschlich. Weil das Leben zum Umgang mit dem Unvorhersehbaren herausfordert, ist das Improvisieren eine Kompetenz, die nicht nur in der Kunst, sondern auch im Alltag eine wichtige Rolle spielt. Jedes menschliche Handeln enthält ein Improvisationspotenzial. Wenn diese Annahme richtig ist, dann müsste der Begriff Improvisation ein Kernbegriff kulturwissenschaftlichen Denkens sein – allein: Er ist es nicht, jedenfalls noch nicht. Die Autorinnen und Autoren dieses Buches nähern sich dem Phänomen des Improvisierens aus sozial- und musikwissenschaftlicher Sicht. In fachübergreifender Perspektive fragen sie nach der Bedeutung des Improvisierens in den Bereichen Musik, Tanz und Theater, nach den sozialen Bedingungen und kulturellen Kontexten improvisatorischen Handelns und nach dem Sinn, den Mitglieder anderer Kulturen mit dem Phänomen des Improvisierens verbinden.Mit Beiträgen von Ulrich Bielefeld, Silvana K. Figueroa-Dreher, Oliver Kozlarek, Ronald Kurt, Klaus Näumann, Stefan Orgass, Constanze Rora und Markus Schmidt.
Mensch-Computer-Interface: Zur Geschichte und Zukunft der Computerbedienung
Die gegenwärtige Interface-Krise bei digitalen Medien nehmen Informatiker und Informatikhistoriker in diesem Band zum Anlass für eine Langzeitbilanz der Mensch-Computer-Interaktion. Sie legen sowohl Gesamtüberblicke der Entwicklung aus technik- und geistesgeschichtlicher Sicht vor als auch spezielle Studien zur Bedienproblematik einzelner Epochen. Dadurch entsteht ein großer Bogen von den Bedienschnittstellen der frühen Mainframe-Welt über die interaktiven PC-Interfaces bis zu den neuesten Entwicklungen des Wearable Computing und der proaktiven Ambient Intelligence. Die historisch-genetischen Analysen münden in theoretische Betrachtungen und kritische Rückblicke auf die Forschung zu Mensch-Computer-Interfaces sowie Ausblicke auf die Zukunft.
Mensch – Tier – Maschine: Sprachliche Praktiken an und jenseits der Außengrenze des Humanen
Wie sprechen Menschen mit nicht-menschlichen Entitäten, wie über sie? Wie versprachlichen wir die Beziehungen und Unterschiede zwischen Menschen, Tieren und Maschinen? Wie wird die Grenze zwischen Menschlichem und Nicht-Menschlichem genutzt, um soziale Auf- und Abwertung zu kommunizieren? Der Band bringt linguistische und benachbarte Disziplinen zusammen, um sprachliche Praktiken an und jenseits der Außengrenze des Humanen auszuleuchten.
Mensch – Natur: Helmuth Plessner und das Konzept einer dialektischen Anthropologie
Die moderne Philosophie hat seit Descartes und Kant und vollends seit dem Ausgang des 19. Jahrhunderts ihre Grundlegung in der Subjekttheorie gesucht. Unter Verdrängung von Metaphysik und Ontologie hat bevorzugt die Anthropologie den Platz der »ersten Philosophie« eingenommen. Hans Heinz Holz möchte demgegenüber die Anthropologie in den Rahmen einer allgemeinen Ontologie und Naturphilosophie zurückführen. Er greift dabei Ansätze auf, die sich aus dem Werk Helmuth Plessners ergeben, und die er im Sinne einer Dialektik der Natur weiterentwickelt.