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Die Religion der Bürger: Der Religionsbegriff in der protestantischen Theologie vom Vormärz bis zum Ersten Weltkrieg
“Religion” ist seit dem 17. Jahrhundert einer der zentralen Begriffe der deutschsprachigen protestantischen Theologie. Ab dem 19. Jahrhundert gewann der Begriff im Zusammenhang der religiösen Transformationsprozesse und Weltdeutungskämpfe der modernen Gesellschaft zunehmend auch Verbreitung außerhalb der Theologie. Protestantische Theologen setzten sich auf vielfältige und innovative Weise mit dieser Tatsache auseinander und prägten dadurch wesentlich die moderne Begriffsgeschichte von “Religion” mit. Die in diesem Band versammelten Einzelstudien bilden einen Beitrag zur Erschließung des vielfältigen – zum Teil auch dezidiert ablehnenden – Umgangs mit Begriff und Thematik der “Religion” in den unterschiedlichen Schulrichtungen der deutschsprachigen protestantischen Theologie des 19. Jahrhunderts. Dieses Buch lässt sich damit als Nachschlagewerk nutzen wie auch als thematisch fokussierte Theologiegeschichte lesen.
Politischer Rassismus in der post-homogenen Gesellschaft: Eine postkoloniale Kritik
Rassismus ist politisch und das Politische ist geprägt von Rassismus. In vielen Teilen der deutschen Gesellschaft stehen sich Befürworter*innen der Homogenität und Vielfaltsbegeisterte unversöhnlich gegenüber. Lorenz Narku Laing analysiert die posthomogene Gesellschaft und zeigt, dass rassistische Politiken zum Kerngeschäft der Verfechter*innen der Homogenität gehören. Seine postkoloniale Kritik untersucht die tieferliegenden Gründe hierfür und liefert zugleich eine kritische Intervention in die (politik-)wissenschaftliche Forschung. Dabei wird deutlich, dass Rassismus weit mehr ist als Diskriminierung und Benachteiligung: Rassismus ist eine politische Ideologie.
Phänomen Hörbuch: Interdisziplinäre Perspektiven und medialer Wandel
Das Hörbuch hat in den letzten Jahren an Beliebtheit und Bedeutung gewonnen. Es ist kaum mehr aus Bibliotheken und Buchhandlungen wegzudenken – und zunehmend zeigt sich auch die Forschung interessiert. Gleichzeitig herrscht noch erheblicher Konturierungsbedarf: Wie die Wortbildung »Hör-Buch« bereits andeutet, handelt es sich um einen vielschichtigen Gegenstand, der nicht nur verschiedene Sinne zugleich anspricht, sondern auch in Abhängigkeit von der Perspektive, aus der man ihn betrachtet, seine Gestalt verändert.Die Beiträge des Bandes widmen sich dieser Vielgestaltigkeit an der Schnittstelle verschiedener Disziplinen.
Patientenpolitiken: Zur Genealogie eines kollektiven Subjekts
Wie ist es möglich geworden, Patient*innen nicht nur als passiv und leidend, sondern auch als eigensinnig und politisch zu verstehen? Helene Gerhards verbindet genealogische und subjektkonstitutionsanalytische Zugänge, mit denen sie die Metamorphosen des Patient*innenseins im Spannungsfeld sozialer, ökonomischer, geschichtswissenschaftlicher und medizinischer Rationalitäten von der »Geburt der Klinik« bis heute nachverfolgt. Sie zeigt, wie sich Krankenversicherungsobjekte, antipsychiatrische Bewegungen und Organisationen im Feld seltener Erkrankungen formiert haben und argumentiert, dass Patient*innen erst zu Kollektiven werden mussten, um politische Zurechenbarkeit und Agentivität zu erlangen.
Musikgeschichte ohne Markennamen: Soziologie und Ästhetik des Klavierquintetts
Klavier plus Streichquartett. Im vierstelligen Bereich sind Werke bekannt. In mittlerer dreistelliger Zahl als Tonaufnahme zugänglich. Über 200 Jahre kontinuierliche Produktion. Bis heute. Und doch fehlt das Genre weitgehend in den Leitmedien Klassischer Musik. In den meinungsführenden Feuilletons und Musikgeschichtswerken. Und in den Programmen der prestigeträchtigen Rundfunksender und Labels, Konzertsäle, Festivals und Ensembles. Bis auf die Handvoll Werke berühmter Komponisten, von Schumann über Brahms bis Schostakowitsch. Frédéric Döhl präsentiert ein Nachdenken über Musikgeschichtsschreibung in Zeiten der Digital Humanities – und über die Rolle des eigenen ästhetischen Erlebens dabei.
Music Practices Across Borders: (E)Valuating Space, Diversity and Exchange
Klavier plus Streichquartett. Im vierstelligen Bereich sind Werke bekannt. In mittlerer dreistelliger Zahl als Tonaufnahme zugänglich. Über 200 Jahre kontinuierliche Produktion. Bis heute. Und doch fehlt das Genre weitgehend in den Leitmedien Klassischer Musik. In den meinungsführenden Feuilletons und Musikgeschichtswerken. Und in den Programmen der prestigeträchtigen Rundfunksender und Labels, Konzertsäle, Festivals und Ensembles. Bis auf die Handvoll Werke berühmter Komponisten, von Schumann über Brahms bis Schostakowitsch. Frédéric Döhl präsentiert ein Nachdenken über Musikgeschichtsschreibung in Zeiten der Digital Humanities – und über die Rolle des eigenen ästhetischen Erlebens dabei.
Liberalismus neu denken: Freiheitliche Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit
Die liberale Demokratie steht weltweit unter Druck. Sie wird durch antiliberale Bewegungen und Parteien ebenso herausgefordert wie durch autoritäre Regimes. Der Liberalismus als parteiübergreifende Strömung ist in die Defensive geraten und wird oft mit Marktradikalismus, sozialer Kälte und ökologischer Ignoranz assoziiert. Die namhaften Beiträger*innen zeigen, dass der Liberalismus als Denkrichtung nicht tot ist. Sie stellen in ihren Essays Ideen und Ansätze für neue liberale Konzepte zur Bewältigung der großen Herausforderungen unserer Zeit vor: vom Klimawandel über Globalisierung und digitaler Revolution bis hin zu transnationaler Migration und zur zunehmenden Systemkonkurrenz zwischen Demokratien und autoritären Regimen.
Großerzählungen des Extremen: Neue Rechte, Populismus, Islamismus, War on Terror
Was macht radikale Weltbilder so attraktiv? Und wie lässt sich die Renaissance des Extremismus kultur- und sozialwissenschaftlich erklären? Sprach man bis vor Kurzem noch davon, dass Großerzählungen auf dem Schrottplatz der Geschichte liegen, finden sie neuerdings mit der Wiederkehr des Fundamentalismus den Weg zurück in den Diskurs. Die Beiträge des Bandes stellen verschiedene Großerzählungen des Extremen vor und diskutieren, wie sie sich in Denkfiguren, Rhetoriken, Symboliken und Handlungsweisen niederschlagen. Mit Beiträgen u.a. von Claus Leggewie und Susanne Schröter.
Fiasko – Scheitern in der Frühen Neuzeit: Beiträge zur Kulturgeschichte des Misserfolgs
Wie stellen sich Menschen ihre Zukunft vor und wie gehen sie damit um, wenn sie keinen Erfolg haben? Moralische Urteile über den Scheiternden sind die Regel – ein schamvoller Rückzug aus der Welt oft die Reaktion. Jedoch: Verlierer sind prädestiniert dafür, aus dem Scheitern zu lernen, über den Zustand der Welt und das eigene Handeln nachzudenken.Was bedeutet das für die Vorstellung von der Reflexivität der Moderne? Und gilt das bereits für die Epoche der Frühen Neuzeit? Die Beiträge des Bandes widmen sich diesen Fragen – über die disziplinären Grenzen zwischen Germanistik, Anglistik, Geschichtswissenschaft und Theologie hinweg.
Dinge – Nutzer – Netze: Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Museums have always been virtual places – so why do these institutions find it so difficult to use digital media? And what does a museum have to offer to a knowledge-based society whose act of remembering increasingly takes place in the digital domain?
Die kurdische Frage in der Türkei: Über die gewaltsame Durchsetzung von Nationalstaatlichkeit
Der Konflikt zwischen der Türkei und der kurdischen Bevölkerung hat eine lange und verwobene Geschichte. Um die gegenwärtigen Spannungen und die Konsequenzen der staatlichen Politik verstehen zu können, ist ein Blick in die Vergangenheit unumgänglich. Ismail Küpeli nimmt sich dieses Komplexes an und analysiert vor dem Hintergrund der historischen Entwicklungen die autoritäre und gewaltsame Durchsetzung von Nationalstaatlichkeit in der Türkei. Auf dieser Grundlage formuliert er darüber hinaus Empfehlungen für eine politische Bildung, die einen Beitrag zur Anerkennung von Pluralität und Diversität sowie zu einem gesellschaftlichen Friedensprozess liefern kann.
Die Raumzeitlichkeit der Muße
Die Beiträge dieses Bandes erkunden das Phänomen der Muße in seiner Räumlichkeit und in seinem Verhältnis zur Zeit. Die Untersuchungen widmen sich philosophischer Reflexion sowie literatur- und kunsthistorischer Betrachtung, mit Schwerpunkten in der Renaissance, im 18. und 19. Jahrhundert, in der Moderne und in der Gegenwart.
Die Konstruktion von Reputation: Verweise auf Ferdinand de Saussure in der romanistischen Sprachwissenschaft
Die Berühmtheit eines Wissenschaftlers lässt sich nicht ausschließlich an der Anzahl der auf seine Werke getätigten Verweise ermessen. Auch die Vernachlässigung der Vollständigkeit eines Verweises auf den Urheber einer als grundlegend wahrgenommenen Idee stellt eine – wenn nicht gar die intensivste – Form der Anerkennung dar.Julia Richter ermittelt, mit welchen Strategien wissenschaftliches Prestige erzeugt wird. Im Zentrum ihrer Analyse stehen die Verweise auf Ferdinand de Saussure im Diskurs der romanistischen Linguistik.Die Studie entwickelt sogleich eine diskursanalytische Methode, die geeignet ist, Verweise in wissenschaftlichen Texten auf ihr Potential hin zu untersuchen, bestimmte Akteure des Diskurses aufzuzeigen und die Beziehungen zwischen diesen Diskursakteuren darzustellen.
Die Entdeckung der Gestaltbarkeit: Gesellschaftstheorien bei Alexis de Tocqueville, Karl Marx und Max Weber
Ein Bewusstsein von Gestaltungsfreiheiten gesellschaftlichen Fortschritts – das ist auch in der Zeit nach der Französischen Revolution im langen 19. Jahrhundert keine Selbstverständlichkeit. Felix Baumert zieht Alexis de Tocqueville, Karl Marx und Max Weber erstmals gemeinsam heran, um aus ihren verschiedenen Perspektiven zu zeigen, wie sich auch in der modernen Welt einschränkende Möglichkeitsräume oder gar die Erstarrung von Gestaltungsfreiheiten ergeben können. Damit zeigt er die fundamentale Bedeutung von Politik in der Moderne auf, und zwar als notwendiges Instrument der Bewusstwerdung sowie der Absicherung von Gestaltungsfreiheiten.
Die Ampelkoalition: Wie wird aus unterschiedlichen Zielen ein gemeinsames Regierungsprogramm?
Nach der Bundestagswahl 2021 kam es in Deutschland zum ersten Mal seit den 1950er-Jahren zu einer Drei-Parteien-Koalition. Was bedeutet das für die politische Repräsentation der Wähler*innen? Und wie wurden die Wahlversprechen in das Regierungsprogramm übersetzt? Die Autor*innen gehen diesen Fragen sowohl allgemein als auch für vier zentrale Politikfelder (Verkehrswende, Bildungsgerechtigkeit, Familie und Beruf, Digitalisierung in der Gesundheitspolitik) nach. Sie untersuchen, was vor den Wahlen versprochen wurde, wie dies Eingang in die Sondierungsgespräche fand und unter welchen Reibungsverlusten es schließlich im Koalitionsvertrag steht.
Diagnose Angstgesellschaft?: Was wir wirklich über die Gefühlslage der Menschen wissen
Abstiegsängste, Furcht vor Zuwanderung und Klimawandel: Glaubt man populären Zeitdiagnosen, leben wir in einer Gesellschaft der Angst. Dieser Band trägt aktuelle Forschungsergebnisse zur Gefühlslage der Menschen in Deutschland zusammen und unterzieht damit die Diagnose »Angstgesellschaft« einer kritischen Überprüfung: Kennen die Sorgen und Ängste der Deutschen wirklich nur eine Richtung – aufwärts? Was treibt bestimmte Bevölkerungsgruppen wie Jugendliche, prekär Beschäftigte oder Menschen mit Migrationshintergrund um? Welche Rolle spielen Sorgen und Ängste für die Wahlerfolge rechtspopulistischer Parteien? Die Beiträge zeigen, dass die Befindlichkeiten der Menschen zwar auf gesellschaftliche Bruchlinien verweisen, Deutschland aber dennoch keine Angstgesellschaft ist.
Das politische Subjekt des queeren Aktivismus: Diskurs- und Akteurskonstellationen queerer Politiken im deutschsprachigen Raum
Wie konstituiert sich das aktuelle queer-politische Subjekt und welche Rolle spielen Identitätspolitiken dabei? Tanja Vogler geht dieser Frage nach, indem sie Bewegungsmaterialien queerer Einrichtungen aus dem deutschsprachigen Raum analysiert und Aktivist*innen in Interviews zu Wort kommen lässt. Dabei werden Theorie, Bewegungsgeschichte und Empirie miteinander verknüpft und am Beispiel des zeitgenössischen queeren Aktivismus das Verhältnis von Politik und Identität differenziert dargestellt.
Ästhetiken in Kindheit und Jugend: Sozialisation im Spannungsfeld von Kreativität, Konsum und Distinktion
In Kindheit und Jugend ist eine Auseinandersetzung mit ästhetischen Darstellungs- und Wahrnehmungsweisen hochgradig relevant. Die Bedeutsamkeit ästhetischer Positionierungen – etwa durch die Wahl der Kleidung oder Accessoires, durch Make-up oder technische Geräte – kann einerseits als Anzeichen einer sehr erfolgreichen Kommerzialisierung von Kindheit und Jugend gedeutet werden. Andererseits zeugt sie aber auch von einem Gespür, mit dem sich Kinder und Jugendliche die Alltagswelt, in der sie leben, zu eigen machen. Um die sozialen Verhältnisse von Ästhetiken, Ökonomien und Generationenbeziehungen in den Blick zu nehmen, versammelt dieser interdisziplinäre Band Forschungsperspektiven zu Alltagsästhetiken in Kindheit und Jugend.
Gambling Debt: Iceland’s Rise and Fall in the Global Economy
Gambling Debt is a game-changing contribution to the discussion of economic crises and neoliberal financial systems and strategies. Iceland’s 2008 financial collapse was the first case in a series of meltdowns, a warning of danger in the global order. This full-scale anthropology of financialization and the economic crisis broadly discusses this momentous bubble and burst and places it in theoretical, anthropological, and global historical context through descriptions of the complex developments leading to it and the larger social and cultural implications and consequences.
Syntaktischer Atlas der deutschen Schweiz (SADS) – Band 2: Karten
Das zweibändige Werk gibt erstmals einen umfassenden Überblick über den Satzbau der schweizerdeutschen Dialekte und ergänzt das Standardwerk “”Sprachatlas der deutschen Schweiz””, in dem syntaktische Fragen weitgehend ausgespart blieben. Die vorgestellten Ergebnisse basieren auf einer vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Erhebung mit Fragebögen an 383 Ortspunkten bei durchschnittlich sieben Gewährspersonen in den Jahren 2000-2002. Der Atlas stellt zahlreiche bisher nicht oder kaum beachtete Phänomene in der Syntax der Nominal- und Verbalphrase sowie Satzverbindung detailliert vor und belegt die lange bestrittene Raumgliederung im Bereich der Morphosyntax. Die Ergebnisse werden unter Berücksichtigung der Variation am Ort in 78 thematischen Kommentaren besprochen (Bd. 1) und auf 216 – je nach Kartentyp auch farbigen – Dialektkarten (Bd. 2) präsentiert.
Syntaktischer Atlas der deutschen Schweiz (SADS) – Band 1: Einleitung und Kommentare
Das zweibändige Werk gibt erstmals einen umfassenden Überblick über den Satzbau der schweizerdeutschen Dialekte und ergänzt das Standardwerk “”Sprachatlas der deutschen Schweiz””, in dem syntaktische Fragen weitgehend ausgespart blieben. Die vorgestellten Ergebnisse basieren auf einer vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Erhebung mit Fragebögen an 383 Ortspunkten bei durchschnittlich sieben Gewährspersonen in den Jahren 2000-2002. Der Atlas stellt zahlreiche bisher nicht oder kaum beachtete Phänomene in der Syntax der Nominal- und Verbalphrase sowie Satzverbindung detailliert vor und belegt die lange bestrittene Raumgliederung im Bereich der Morphosyntax. Die Ergebnisse werden unter Berücksichtigung der Variation am Ort in 78 thematischen Kommentaren besprochen (Bd. 1) und auf 216 – je nach Kartentyp auch farbigen – Dialektkarten (Bd. 2) präsentiert.
Lockdown, Homeschooling und Social Distancing – der Zweitspracherwerb unter akut veränderten Bedingungen der COVID-19-Pandemie
Angesichts der Corona-bedingten Verlagerung von Unterricht ins Digitale und Private stehen vor allem neu zugewanderte Schüler:innen und ihre Lehrkräfte vor besonderen Herausforderungen beim Lernen und Lehren. Der Sammelband trägt dazu aktuelle empirische Erkenntnisse zu veränderten zweitsprachlichen Lehr-Lern-Prozessen zusammen und stellt sie für Forschung und Bildung zur Diskussion.
Die Lehren von der Statutenkollision: Eine Deutungsgeschichte aus Raum und Recht
Die Frage, welches Recht auf einen grenzüberschreitenden Sachverhalt Anwendung finden soll, wurde schon im Mittelalter diskutiert. Die Abhandlungen, in denen Bartolus de Saxoferrato (1313-1357) die Konkurrenz der italienischen Stadtrechte (Statuten) erörtert, sind in diesem Zusammenhang berühmt geworden. In der frühen Neuzeit wurden sie in weiten Teilen Europas rezipiert und adaptiert. Neuerungen lassen sich insbesondere in den französischen Lehren des 16. sowie in den niederländischen und deutschen Lehren des 17. Jahrhunderts feststellen. Kristin Boosfeld erzählt die Geschichte der Lehren von der Statutenkollision als Deutungsgeschichte aus Raum und Recht. Denn kollisionsrechtliche Überzeugungen müssen vor dem Hintergrund des Hoheitsbegriffs und der staatlichen und rechtlichen Strukturen zur jeweiligen Zeit am jeweiligen Ort gelesen werden. Erst wenn klar ist, welche Natur die Rechte haben, die miteinander kollidieren, lässt sich verstehen, weshalb die französischen, niederländischen und deutschen frühneuzeitlichen Juristen zwar an die bartolinische Lehre anknüpften, sie aber an ihr individuelles Rechtsverständnis anpassten.
Fonetica e fonologia del dialetto di Olivone: Saggio di dialettologia lombarda
L’olivonese è il dialetto lombardo alpino parlato nell’ultimo comune della valle di Blenio (canton Ticino, Svizzera). Si tratta di una varietà conservativa che, finora, non era mai stata descritta in modo approfondito. In questo saggio si ricostruisce l’evoluzione che il dialetto di Olivone ha avuto a partire dal latino volgare. Nella prima parte si descrivono i mutamenti fonetici che hanno contraddistinto il passaggio dal latino volgare alla varietà odierna. Nella seconda parte si definisce l’inventario fonematico dell’olivonese. Il lavoro si chiude con un’appendice in cui sono riportate immagini di fonetica sperimentale e con un indice delle forme olivonesi citate nel libro. Il saggio è rivolto sia a specialisti della materia (linguisti, dialettologi) sia a persone che desiderano conoscere più da vicino una varietà dialettale alpina.
An Empirical Study of EFL Writing at Primary School
This book presents a research study investigating young foreign language learners’ ability to compose communicative texts in English. It reviews current research on young learners’ EFL writing, reports on the learners’ EFL writing competence, describes text quality at different CEFR language levels, and discusses current teaching practices and the learners’ perception of EFL writing.
Bilingual Couples in Conversation
This book provides a detailed linguistic analysis of the communication between highly proficient bilingual couples, each consisting of a native speaker of English and of Swiss German. Combining the accounts of ten couples on their language use with an analysis of their actual linguistic behaviour, several areas of the partners’ speech and interaction were closely examined. These include their language choice and language mixing, attitudes, expression of emotions, swearing, as well as their humour and laughter. In addition, the influence of the bilinguals’ mother tongue and gender on their language use was explored. Thus, the study provides valuable insights into the language practices of established bilingual couples, while also contributing to the fields of fluent late bilingualism and gender research.
Atelische an-Konstruktion: Eine korpusbasierte Modifikatoranalyse
In der atelischen an-Konstruktion im Deutschen treten die Verben mit einer an-Präpositionalphrase auf (an etwas malen/essen/basteln). Basierend auf Korpusdaten wird in diesem Band gegen die verbreitete Alternationsanalyse der an-Konstruktion als präpositionales Pendant der transitiven Verbverwendung argumentiert. Stattdessen werden an-Phrasen als ereignisinterne Modifikatoren von einstelligen Activity-Verbvarianten analysiert, die eine in der lokalen Bedeutung der Präposition wurzelnde boundary-Relation einführen. Aus empirischer Perspektive wird ein Inventar von korpusbasierten Methoden und Maßen für die Untersuchung von (vermeintlichen) Argumentalternationen vorgestellt. Schließlich wird der bisher wenig diskutierte Zusammenhang von Argumentrealisierung und Metaphernbildung diskutiert. Die Studie wurde mit dem Wilhelm von Humboldt Preis des Jahres 2022 der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft ausgezeichnet.
Asking and Answering: Rivalling Approaches to Interrogative Methods
Questions are everywhere and the ubiquitous activities of asking and answering, as most human activities, are susceptible to failure – at least from time to time. This volume offers several current approaches to the systematic study of questions and the surrounding activities and works toward supporting and improving these activities. The contributors formulate general problems for a formal treatment of questions, investigate specific kinds of questions, compare different frameworks with regard to how they regulate the activities of asking and answering of questions, and situate these activities in a wider framework of cognitive/epistemic discourse. From the perspectives of logic, linguistics, epistemology, and philosophy of language emerges a report on the state of the art of the theory of questions.
“Vom Polocker Venedig”: Kollektives Handeln sozialer Gruppen einer Stadt zwischen Ost- und Mitteleuropa (Mittelalter, frühe Neuzeit, 19. Jh. bis 1914)
So far, there are hardly any studies that examine the history of a single city of the eastern Slavic settlement area over a longer period. The example of Polock shows how a significant Rus’ princely seat in contact with East Central Europe changed profoundly from the thirteenth century. In the context of Poland-Lithuania, conflict-ridden religious formation processes and the emergence of orthodox and uniate guilds and lay brotherhoods in the 17th century were followed by late-antiquity commune-taking in the late Middle Ages. The legal inconsistency of the city made it the sanctuary of a growing Jewish community. After the integration into the Tsarist empire in 1772, the Jews were integrated into the municipal self-government, but in 1892 excluded from it.
Verwaltete Vielfalt: Die königlichen Tafelgüter in Polen-Litauen, 1697–1763
Vielfalt prägte das frühneuzeitliche Europa. Am Beispiel der königlichen Domänen in Polen-Litauen lässt sich dies besonders gut zeigen. Die landwirtschaftlichen Güter der königlichen “Tafel” (mensa regia) lagen wie ein Archipel über das Territorium der Adelsrepublik verstreut. Sie bildeten eine herrschaftliche Kontaktzone, die sich durch sprachliche, konfessionelle und strukturelle Diversität auszeichnete und in der auch unterschiedliche Herrschaftskulturen aufeinandertrafen. Dies gilt besonders für die Jahrzehnte nach 1697, als mit August II. (dem “”Starken””) und August III. zwei sächsische Kurfürsten auf dem polnischen Thron saßen. Die königliche Eigenwirtschaft entwickelte sich nun zunehmend zu einer Keimzelle der Bürokratisierung und des frühmodernen Staates auf dem Territorium Polen-Litauens. Peter Collmer zeigt am Beispiel der polnisch-litauischen Adelsrepublik, was Vielfalt für die Konzeption und Realisierung von Herrschaft vor dem Zeitalter des Nationalismus bedeutete. Er versteht Herrschaft als kommunikativen Prozess und kontrastiert die Geschichte der Institutionen immer wieder durch Einblicke in die Lebenswelten der Akteure.